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Trullo Sovrano (Trullo eines Großbauern) in Alberobello

Bauernmarkt in Cisternino
   

 

Territorium, Klima, Umwelt, Kultur und wirtschaftliche Struktur

Die Provinz Brindisi und das Itria-Tal weisen noch weitgehend einen ländlichen Charakter auf, auch was die sozio-ökonomische Struktur betrifft. Das kann man am Lebensstil der Einheimischen und an anderswo kaum anzutreffenden Berufen erkennen. Die örtlichen Behörden haben den Wert antiker Handwerksberufe erkannt und stehen mittlerweile Steinmetzen, Trulli-Maurern, Töpfern, Olivenholzschnitzern und Korbmachern bei. So hat sich zum Beispiel in Grottaglie bis in unsere Tage ein ganzes Töpfer-Stadtviertel erhalten.
Produkte aus lokaler landwirtschaftlicher Produktion sind hier überall leicht zu haben, vor allem Olivenöl erster Qualität und Wein. Fährt man durch die ländlichen Gebiete, fällt der gepflegte Eindruck der Olivenhaine und Felder ins Auge.
Die kleinen Städte bieten das ganze Jahr durch Zerstreuungsmöglichkeiten. Genannt seien das Opernfestival in Martina Franca, die große Anzahl von Ausgrabungsstätten und Museen, Flohmärkte, Messen, Gasthäuser und Nachtlokale.

 

 

Weinfest in Casalini bei Cisternino

Korbmacher aus Casalini mit Produkten aus Olivenbaumholz und Schilfrohr
   

 

Das etwa 350 m ü.M. hoch gelegene Hügelland um Cisternino herum weist ein besonderes Klima auf. Es ist bestimmt durch seine Lage zwischen der Adria und dem Hochplateau der Murge. Es regnet an wenigen Tagen und vor allem in den Monaten November und Dezember. In den Sommermonaten erreichen die Temperaturen nur ausnahmsweise Werte von mehr als dreißig Grad. Die Vegetation wächst dank der Nachtfeuchte auch in der drei- bis viermonatigen Trockenperiode, die sich Ende Mai/ Anfang Juni einstellt. Sonnenanbeter kehren nach einem langen Tag am Strand gern in das angenehm frische Hügelland zurück. Abends kommt häufig ein lauer Seewind auf, der sich mit dem Duft der Macchia mediterranea vermischt. Ein klarer Himmel ist an dreihundert Tagen im Jahr garantiert. Mitunter kommt es im Januar oder Februar vor, dass sich für wenige Stunden eine dünne Schneedecke bildet und die südländische Landschaft verzaubert. Die Temperaturen sinken jedoch nur selten unter die Nullgradgrenze.

 

Sonneneinstrahlung in Italien (jährliche Mittelwerte in kJ pro qm und Tag)

 
 

 

Kulturelle Attraktionen und Naturdenkmäler

Die Provinzen Bari, Taranto und Brindisi laden ein zu Touren entlang bedeutender archäologischer Ausgrabungsstätten. Eine solche Rundfahrt könnte am antiken Adria-Hafen von Egnazia beginnen. Das Land der Messapier durchquerend (ein antiker Volksstamm, der in Zentralapulien lebte) erreicht man nach wenigen Stunden Taranto, die antike Hauptstadt der Magna Grecia am Ionischen Meer. Hier lohnt sich ein Besuch des berühmten Archäologischen Museums mit seiner reichen Goldsammlung. Von großer Bedeutung sind die zahlreichen Höhlenkirchen aus byzantinischer Zeit, die mehr oder weniger in ganz Apulien verstreut zu finden sind. Eine der schönsten in den Stein gehauenen Kirchen ist die nahegelegene Krypta des heiligen Blasius (cripta di San Biagio) unweit der Gemeinden San Vito dei Normanni und Carovigno. Hier fand der Heilige Zuflucht vor den fanatischen Anhängern des Ikonoklasmus des nahen Orients.
Wir empfehlen neben dem Besuch der Zeugnisse der Romanik, die auf Nordapulien konzentriert sind, vor allem eine Tour durch das apulische Barock. Die eindrucksvollsten Barockbauwerke befinden sich in Mittel- und Südapulien. Dem Besucher fällt die architektonische Nähe von elegant-schlichten ländlichen Bauwerken und reicher ausgestatteten Patrizierpalästen aus dem 17. und 18. Jahrhundert ins Auge. Dem Fremden wird aber auch der Kontrast schmerzlich bewusst zwischen der würdevollen Bauweise der Vergangenheit und der vulgären “postmodernen”Ästhetik unserer Zeit. Die Architektur der überwiegenden Mehrheit der neuen Bauwerke in Süditalien ist städteplanerisch problematisch und in ästhetischem Sinne Umweltverschmutzung. Die nicht selten ohne behördliche Genehmigung errichteten und später mittels Ablasszahlungen legalisierten Bauten fügen sich keinesfalls harmonisch in die apulische Kulturlandschaft ein.
Der Rundgang durch die Barockzentren kann in Locorotondo oder Martina Franca beginnen und im äußersten Süden, im Salent, enden. Hier erreichte das apulische Barock seinen Höhepunkt.
Die apulische Naturlandschaft bietet viel Interessantes: ausgedehnte geschützte Waldgebiete im Landesinnern auf dem Hochplateau entlang der ionischen und der adriatischen Küsten und zahlreiche einsame oder vielbesuchte Sand- und Steinstrände. Jahrhundertealte Olivenbaum-Monumente können bei Spaziergängen durch die ländlich-mediterrane Idylle bestaunt werden. Zwischen einsam gelegenen Trulli und kilometerlangen spektakulären Trockenmauern sind Weinreben der lokalen Sorten Verdeca, Notardomenico und Bianco d’Alessano eingestreut. Die zahlreichen Besucher schätzen diese einzigartigen Besonderheiten der Region Apulien.